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Gesundheit

Alles eine Frage der Kosten. Schluss mit zeitintensiver Pflege und individueller Betreuung. Ab jetzt regieren nicht mehr die Mediziner und Pflegekräfte, sondern die Ökonomen.Medizin ist zum Wirtschaftsfaktor geworden. Es geht nicht mehr um das Wohl der Patienten sondern nur noch um Wachstum und Profit!!!

Auszug aus einem interessanten Interview:

These: Unsere ökonomisierte Medizin vernachlässigt menschliche Faktoren.

Da mit der Untersuchung und Behandlung Gesunder wie Kranker viel Geld zu verdienen ist, haben Kaufleute die Medizin zu einer Industrie gemacht und die Krankenbehandlung rein wirtschaftlich ausgerichtet. Krankenhausärzte operieren immer mehr und steigern so ihre Patientenzahl – nicht aus medizinischen, sondern aus ökonomischen Gründen! Hausärzte nehmen sich für persönliche Zuwendung keine Zeit , weil sich das für sie wirtschaftlich nicht mehr lohnt.

Werner Bartens: „Dabei geht etwas verloren, was wesentlich wäre für eine gute Medizin: Zeit für Zuwendung, Zuhören, Trost. Die ökonomisierte Medizin gleicht diesen Mangel mit Technik aus. Aber für Kranke so wichtige Werte wie Zeit, Geborgenheit und Barmherzigkeit bleiben in der Medizinwirtschaft schnell auf der Strecke. Der Patient wird zum Störfaktor.“

These: Die Medizin richtet sich nach dem Kosten-Nutzen-Faktor, nicht mehr nach den Bedürfnissen der Patienten.

Krankenhausärzte werden von kaufmännischen Direktoren regelmäßig darüber informiert, welche Operationen und Therapien lukrativ sind. Es ist üblich, dass den Ärzten nahegelegt wird, sich danach zu richten. Unrentable Therapien werden vermieden, auch wenn sie für Patienten hilfreich wären.

Bartens: „Diese Anweisungen sind nicht am Nutzen für die Patienten orientiert, sondern richten sich allein nach finanziellen Abwägungen. Krankenhäuser werden zu Fabriken, der Krankenhausalltag wird den Fertigungsprozessen der Industrie angepasst.“

These: Aktionismus bringt Geld – Ärzte untersuchen und therapieren zu viel.

Weil technisch aufwendige Untersuchungen lukrativ sind, neigen Ärzte zu sogenannter Überdiagnostik. Computertomografie (CT), Kernspin, Herzkatheter, Kniespiegelungen – vieles ist überflüssig. Zwei von drei Koronarangiografien dienen nicht der Herzgesundheit, sondern der Amortisation der Geräte. Aber durch das ständige Senken von Grenzwerten, zum Beispiel beim Cholesterin, wird ein Großteil der Bevölkerung zur Risikogruppe erklärt. Die Folge: Immer mehr Gesunde werden vorbeugend untersucht.

Bartens: „Immer wieder werden vermeintliche Leiden therapiert, die nie Beschwerden verursacht hätten. Viele Kliniken können nur existieren, weil sie in großem Stil fragwürdige Untersuchungen und Therapien anwenden, die unnötig sind und mehr schaden als nutzen.“

Das ganze Interview hier: http://www.hoerzu.de/wissen-service/ges … -der-krise

Man sieht, es geht schon lange nicht mehr um das Wohl der Patienten sondern nur mehr um den Profit. Aus dieser Betrachtung könnte man sagen, der Patient wird zum Versuchsobjekt und nicht die effektivste Behandlung die zur Genesung führen könnte wird angewandt sondern diejenige die den wirtschaftlichen Belangen der Klinik entspricht. Sollte es dann auch noch durch die Freihandelsverträge zu weiteren Privatisierungen kommen, dann würden viele Patienten vor allem diejenigen, die nicht so viel Geld zur Verfügung haben, auf der Strecke bleiben. Die jetzt schon immer mehr zunehmende Zwei-Klassen-Medizin würde sich noch verstärken und das Sprichwort „GESUNDHEIT KANN MAN SICH NICHT KAUFEN“ würde so dann nicht mehr stimmen!!!

 


Es werden immer mehr Bereiche an Fremdfirmen ausgelagert und direkt beim staatlichen Krankenhausbetreiber angestelltes Krankenhauspersonal wird abgebaut. Diejenigen die dann für die Fremdfirmen arbeiten und die Tätigkeiten der vormaligen Pflegehelfer/innen übernehmen arbeiten für einen Sklavenlohn. In Deutschland gibt es dann den Mindestlohn und keinen Cent mehr und in Österreich nimmt man den passenden Kollektivvertrag wo man am wenigsten bezahlen muss, denn hier gibt es ja keinen Mindestlohn.

So wird das schon in vielen Krankenhäusern in Deutschland gehandhabt und mittlerweile auch in Österreich (mir ist bis jetzt die Umsetzung in Salzburg bekannt) begonnen. Es wird mit der Ausrede gearbeitet, es erhöhe die Professionalität der Pflege was aber absolut nicht stimmt. Mit diesen Tätigkeiten haben Diplomkräfte bisher ohnedies wenig zu tun gehabt und es gab dafür Pflegehelfer/innen und Hausmädchen. Diese Stellen werden nun abgebaut und nicht wieder neu besetzt. http://www.salk.at/11089.html

Es ist überall das Gleiche. Stellen werden abgebaut und das verbleibende Personal steht unter ständigem Stress und soll trotzdem für einen reibungslosen Ablauf sorgen und nach Möglichkeit keine Fehler machen.
Die Gesundheit verkommt immer mehr zum Geschäft und das auf dem Rücken der Patienten und der Pflegekräfte. Burnout, Erschöpfung und Krankheiten sind oft die Folge des zunehmenden Druckes in der Pflege. Für die Patienten im menschlichen Bereich der Zuwendung bleibt ohnedies fast keine Zeit mehr. Dazu kommt die oft schlechte Bezahlung für diesen verantwortungsvollen und anstrengenden Beruf.

Übermüdetes Pflegepersonal, vernachlässigte Kranke. Und die Sparwelle rollt weiter: Obwohl der Anteil an pflegeintensiven Alten steigt, wird weiterhin Personal abgebaut. Die Reportage schildert eine Woche Klinik-Alltag — mit ausgebrannten Ärzten und verzweifelten Patienten.

Hintergrund: Eine englische Studie ergab: In Kliniken mit zu wenig Personal liegt die Sterberate um 26 Prozent höher als in anderen Häusern mit ausreichend Krankenpflegern.

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